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24
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  • Burgkapelle

Hochamt

H.L. Hassler, Missa secunda
Christoph Campestrini dirigiert
An Heiligabend - in diesem Jahr gleichzeitig der vierte Advent - musiziert die Hofmusikkapelle eine Messe von Hans Leo Hassler. Die "Missa secunda" für vierstimmigen Chor a capella wurde 1599 erstmalig publiziert; sie hat einen ausgesprochen tänzerischen Charakter. Wie im Advent üblich, entfällt das Gloria.

Hassler wurde in Nürnberg als Sohn des Komponisten Isaak Hassler geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er vom Vater. 1584 war er unter den ersten deutschen Musikern, die in Venedig studierten; er war Schüler Andrea Gabrielis in San Marco.

Wieder in Deutschland, wurde er Kammerorganist der Grafen Fugger in Augsburg. Während seiner 14jährigen Dienstzeit komponierte und veröffentlichte er etliche Werke, sein Bekanntheitsgrad wuchs. 1600 übernahm er in Nürnberg Leitung der Stadtmusik; 1608 wurde er in Dresden zum Kammerorganisten des Kurfürsten von Sachsen ernannt. Hassler starb in Frankfurt als Hofkapellmeister.

Hassler, der eigentlich Protestant war, schrieb geistliche Werke für katholische und protestantische Liturgien. Seine Messen und Motetten zeigen deutlich venezianischen Einfluss, seine deutschsprachige Kirchenmusik den von Orlandus Lassus. Besonders bekannt und beliebt waren Hasslers Madrigale und Lieder. Die Melodie seines 1601 entstandenen Liebeslieds mit dem sinnreichen Titel „Mein G’müt ist mir verwirret“ findet sich im berühmten Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“ wieder, den auch Bach in der Matthäuspassion einsetzt.

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